Dienstag, 6. April 2021

Bergfideler Plainairismus vor der blauen Tanke

 

Dort wo der Preußenfan in Normalzeiten die Hammer Straße quert, um sich an der blauen Tanke Nachschubbiere auf dem Weg zum Stadion zu kaufen, stellte sich Elke Seppmann auf das Trottoir, um im Stil plainairistischer Interventionen die Tankstelle im milden Lockdownwetter des Frühjahres 2021 zu malen.

Für ein paar Stunden war damit die Künstlerin vom Hawerkamp Teil des bergfidelen Stadtbildes, in dem sie bereits 2020 im Projekt #bergfideleinterventionen mitwirkte. 


Die Open Air Malerin arbeitet dabei ebenso ausdauernd wie beiläufig und kommunikativ an der Staffelei - ob auf dem Parkdeck in der Sonne vor dem weißem Riesen oder zur blauen Stunde vor der blauen Tanke an der Ausgangsstraße in der Vorstadt.

Solange bis es zu dunkel wird.....
dann wechselt sie ins Studio und beendet das, was wir demnächst an dieser Stelle zeigen werden.

Bis dahin verbleibt mit zentralen Grüßen aus der Bergfidelen Peripherie

Ihr Ruppe Koselleck für die
#wirvorstadttouristen
 

...und wenn alles glatt läuft, ruckelt und sich gut entwickelt, können wir im Kontext dieser Förderung, weitere Aktionen vor Ort realisieren.

Lassen Sie sich dazu überraschen, bleiben aufmerksam, betrachten die Bodenbeläge und verfolgen in coronagerechten Abständen dem Geschehen.  

Ruppe Koselleck und Martina Muck




Der Berg ruft

An dieser Stelle veröffentlichen wir die überarbeitete Version der DIA SHOW, die wir aktuell im Förderverein Alte Post in Berg Fidel nur noch bis Ende April von 6 Uhr morgens bis 24 Uhr nachts im Schaufenster zeigen.

Über ein langes Jahr 2020 arbeiteten stetig oder sporadisch 15 Künstler*innen in der Vorstadt von Münster an Skizzen, Ideen und Projekten, die sich hier im Blog im Verlaufe der nächsten Wochen zeigen und vorstellen werden.

Unter dem hashtag #bergfideleinterventionen auf Instagram oder über unsere Seiten auf Facebook können Sie bereits jetzt schon verfolgen,
was in dieser Sekunde von wem für welche Interventionen oder Aktionen am Berg Fidel stattfinden - oder aber was gerade diskutiert und an Skizzen ausgewertet wird.

In Kürze - jedoch nicht vor August 2021 - werden Martina Muck und Ruppe Koselleck daraus ein Reiseführer generieren, in dem weitere, andere, neue und alte Arbeiten aus und über den Stadtrandstadtteil verarbeitet werden.

DER BERG RUFT ist ein Buch- und Kooperationsprojekt mit dem Stadtmarketing Münster.
Über die besondere Förderung und Beratung durch das Kulturamt Münster sei an dieser Stelle ausdrücklich ein Dank ausgesprochen.

Beteiligt waren und sind daran Alexandra Brandt, Anja Kreysing, Candia Neumann, Elke Seppmann, Gertrud Neuhaus, Klaus Geigle, Luzia-Maria Derks, Ragnar Kopka, Ruppe Koselleck, Martina Muck, Thomas Gerhards, Thomas Prautsch, Susanne von Bülow, Ulrich Haarlammert sowie Wiebke Bartsch.

Nach einem Jahr der selbstbeauftragten bergfidelen Interventionen beantragten Martina Muck und Ruppe Koselleck eine Förderung bei Neu Start Kultur und erhielten tatsächlich einen Zuschlag für ein Folgeprojekt,

das wir die

#wirvorstadttouristen

nannten. 

...und wenn alles glatt läuft, ruckelt und sich gut entwickelt, können wir im Kontext dieser Förderung, weitere Aktionen vor Ort realisieren.

Lassen Sie sich dazu überraschen, bleiben aufmerksam, betrachten die Bodenbeläge und verfolgen in coronagerechten Abständen dem Geschehen.  

Ruppe Koselleck und Martina Muck
für die #wirvorstadtouristen 


 

Donnerstag, 18. März 2021

Bergfidele Interventionen in der Alten Post

Ist möglicherweise ein Bild von 2 Personen, einschließlich Ruppe Koselleck

In der Alten Post zeigen aktuell 15 Künstler*innen aus dem Projekt
#bergfideleinterventionen eine Diashow über ihre Arbeit am Berg Fidel. Die digitale Ausstellung läuft seit ein paar Tagen im Probebetrieb auf einem Monitor von 6 Uhr morgens bis 24 Uhr und ist die ganze Woche über in Zentral Berg Fidel am Rincklakeweg 21 in 49153 Münster zu besuchen.

Die Diashow zeigt mehr als 100 Motive aus Berg Fidel und bildet das Ausgangsmaterial für einen Reiseführer, an dem wir aktuell fieberhaft arbeiten. Anfang Mai soll DER BERG RUFT erscheinen - und die besonderen Sichten auf den völlig zu unrecht übersehenen und übergangenen Stadtteil zeigen. Jetzt schon zeigen wir Bilder als Vorschau am Entstehungsort.

Als im vergangenen Jahr sich Corona und mit ihr der Lock Down breitmachte, trafen sich zum freien Skizzieren, zum Ideensammeln, zum Zeichnen, Fotografieren oder Malen Künstler*innen aus Dortmund und Münster in der westfälischen Vorstadt am Preußen Stadion.

Treffpunkt war ein Parkplatz am Weissen Riesen, dem architektonischen Markenzeichen des Stadtteils. Es trafen sich Künstler*innen vom Hawerkamp, der Aterliergemeinschaft Schulstraße, dem Bremsenprüfstand, von der Ateliers in der Fresnostraße oder dem Hoppengarten sowie freie Selbstständige.
 
Anstelle durch geschlossene Museen streiften die Flaneure nun durch den ein halbes Jahrhundert alten Stadtrandstadtteil
- einem Stadtteil, dessen Supermarkt so international wie seine Bewohner ist,
ein Supermarkt, wo es in den Regalen eine Auswahl von Produkten gibt, die von Fernost bis nach Nahwest reichen, die von Polen und Portugal bis weit über türkisch, usbekische oder arabische Kulinarik hinausweist.
Kurzum einem Stadtteil in dem 28 Nationen gefühlte 56 Sprachen sprechen können. Was für ein Reichtum - angesichts der paralleluniversalen Wahrnehmung suburbanen Problemzonen.


Elke Seppmann 2020, Tiefgarageneinfahrt mit Campingwagen
 
Neben dem abgestellten Campingwagen baute Elke Seppmann ihre Staffelei auf und begann unmittelbar mit Ölfarbe und einem unverwechselbaren situativen Witz die Einfahrt einer Tiefgarage auf ihre Leinwand zu bringen. Klaus Geigle skizzierte mit wenigen Strichen große Gebäude auf kleinste Formate, sein Kollege Thomas Prautsch brachte mit Tuschen Balkone und Kanten verkachelter Betonfassaden auf Papier. Beide dekonstruieren eine Bauweise, die weit in das vergangene Jahrhundert zurückweist.

 
 Mauer mit Frau, Fotoarbeit, Martina Muck 2020

Martina Muck, Susanne von Bülow, Candia Neumann, Ragnar Kopka oder Thomas Gerhards begannen wie auch Gertrud Neuhaus und Luzia-Maria Derks mittels ihre Fotoapparate die besonderen Ecken eines Stadtteils abzulichten - und kehrten bei Tag oder bei Nacht zurück in das untypische Urlaubsziel - aber weg konnte man in diesen Tagen eh nicht!

Konzeptuelle Fotografie von Thomas Gerhards, 2020, (Schwimmbad am Weissen Riesen)

Anja Kreysing sammelte vor Ort Klänge und zeichnete die Atmung der Abluft großer Gebäudekomplexe auf. Während Kreysing an der Sammlung eines suburbanen Grundrauschens arbeitete, verteilte Ruppe Koselleck wertvolle Münzen - des Nachts in der Vorstadt. Aufmerksame Passanten können bis heute Hartgeld aus der untergegangenen Sowjetunion oder Scheine aus der dritten französischen Republik finden.

Ulrich Haarlammert komponierte aus der Überlagerung verschiedener an der Vorstadt vorbeirauschender Zuglinien einen Bahnstau, indem er im Projekt GEGENWARTEN sie gleichzeitig auf ein Bild reduzierte. In der Show an der ALTEN POST zeigt der Konzeptfotograf die Genese dieses Fotos. Ein Link an bevorstehende Planungen, die am Berge Fidel einen neuen Bahnhof entwickeln wollen.

So begann mit der Schließung der Museen in Münster im vergangenen Jahr eine dokumentatorische Reise über menschleere Gästeparkplätze geschlossener Stadien bis zu insektenreichen grünen Brachflächen, wo Jugendliche heimliche Treffpunkte ausmachten und Spuren sporadischer Kleinstparties zurückblieben.

Lottchen in Berg Fidel - Wiebke Bartsch 2020

Hier am Berg wo man besser Skatboard fährt, als lateinische Vokabeln paukt, trafen wir auf eine aufgeschlossene Neugierde, die uns immer wieder anlockte, zurückzukehren. Hier, wo es nebenbei auch einen der spannendsten Kams und Krempelshops gibt, der mehr Teekannen im Angebot hat, als es Buslinien in New York gibt.

Sehr herzlich laden wir Sie und Ihre Freunde dazu ein, das Schaufenster der ALTEN POST in Berg Fidel zu besuchen - jenen Ausstellungsort, neben dem öffentlichen Bücherregal, in dem auch die beteiligten Künstler*innen Materialien zurückließen.
 
Zur freien Mitnahme - wie es öffentliche Regale so anbieten.
 
Glück auf bald, live und an besonderen Orten
 
Martina Muck und Ruppe Koselleck
für das Projekt
WIR VORSTADTTOURISTEN

 
Mit der Präsentation der Bergfidelen Interventionen und der Herausgabe des Reiseführers DER BERG RUFT starten wir zugleich das Projekt WIR VORSTADTTOURISTEN.

Der erste Dank gilt dem Förderverein Alten Post e.V. sowie insbesondere auch Wilfried Stein, dem wir den ersten Schlüssel im Projekt verdanken... 

Die Vorstadttouristen können - dank der frisch gewonnenen Förderung NEUSTART KULTUR durch den BBK Berlin
- im Jahr 2021 noch mehrfach in Berg Fidel aktiv werden. 
 
Dieser Blog enthält provisorische Elemente und temporäre Fehler, die ich redaktionell zu entschuldigen bitte - sie korregieren sich fortschreitend und sind weder boshaft noch willentlich - sie entstammen der Zeit.
 
Die Bergfidelen Interventionen gründeten sich im Kontext des Festival der Demokratie 2020 als loser Zusammenschluß von Künstler*innen zum freien selbstbeauftragten Arbeiten vor Ort. Ihre Projekte haben die Vorstadttouristen inspiriert - ihre Projekte werden im Rahmen dieser Blogarbeit anseitig vorgestellt und kontinuierlich begleitet.

Sonntag, 14. März 2021

Testbild


Wir Vorstadttouristen arbeitet an einem Reiseführer nach Berg Fidel. 

 

Wir starten mit einem Testbild von Ragnar Kopka aus dem Projekt #bergfideleinterventionen 2020

Demnächst mehr

Ruppe Koselleck und Martina Muck
im Projekt WIR VORSTADTTOURISTEN


Aktuell zeigen wir in der Alten Post in Berg Fidel eine Diashow über ein Jahr

#bergfideleinterventionen


Bergfideler Plainairismus vor der blauen Tanke

  Dort wo der Preußenfan in Normalzeiten die Hammer Straße quert, um sich an der blauen Tanke Nachschubbiere auf dem Weg zum Stadion zu kauf...